Vita

Photo by Andreas Rentz/Getty Images
Mich interessieren Menschen, die sich nicht auf eine einfache Geschichte reduzieren lassen. Ihre Widersprüche gehören zum Leben. Gute Dokumentarfilme müssen sie nicht auflösen. Sie dürfen stehen bleiben, Fragen aufwerfen und dem Publikum etwas zutrauen. Denn die Welt ist selten schwarz-weiß. Mich interessieren die Grauschattierungen dazwischen.
Als Autor und Regisseur erzähle ich Geschichten von Menschen und der Gesellschaft, in der sie leben. Persönliche Schicksale führen dabei oft zu größeren Fragen: über Identität und Zugehörigkeit, über Geschichte und Erinnerung, über Macht, Freiheit und Verantwortung. Im Mittelpunkt stehen die Menschen selbst, mit ihren Überzeugungen, Zweifeln, Brüchen und Widersprüchen. Nicht als Illustrationen einer vorgefertigten These, sondern als Menschen, die sich nicht immer eindeutig erklären lassen.
Meine Filme führen in sehr unterschiedliche Welten. Ich habe hochbetagte Athleten auf ihrem Weg zu einer Weltmeisterschaft begleitet, die Geschichte der Computerrevolution erzählt, jüdische Zwillinge bei ihrer lebenslangen Suche nach Identität porträtiert und die deutsche Autoliebe untersucht. In jüngerer Zeit beschäftige ich mich verstärkt mit politischen und gesellschaftlichen Konflikten, etwa in den USA. Was diese Filme verbindet, ist das Interesse daran, hinter die Oberfläche zu schauen und Menschen in ihrer ganzen Komplexität ernst zu nehmen.
Meine Arbeit verbindet persönliche Beobachtungen mit gesellschaftlicher Analyse, historische Recherche mit Gegenwart und journalistische Genauigkeit mit einer eigenständigen filmischen Erzählweise. Dabei geht es mir nicht darum, dem Publikum fertige Antworten zu liefern. Vielmehr sollen meine Filme unterschiedliche Perspektiven erfahrbar machen und Raum für eigene Urteile lassen.
Meine Filme wurden unter anderem von ARD, ZDF, ARTE, 3sat, BBC Two, YLE, VPRO und NHK ausgestrahlt sowie bei Netflix und Amazon Prime Video veröffentlicht.
Für meinen ersten Kinodokumentarfilm HERBSTGOLD erhielt ich 2010 mehrere internationale Auszeichnungen, darunter den Filmmakers Award beim Hot Docs Canadian International Documentary Festival in Toronto und den Jugendjurypreis des International Documentary Film Festival Amsterdam (IDFA). DER KRIEG IN MIR über die Folgen von Kriegstraumata wurde mit dem Medienpreis für Wissenschaftsjournalismus der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie ausgezeichnet. DIE SILICON VALLEY-REVOLUTION erhielt den Publikumspreis des Berlin & Beyond Film Festival in San Francisco und wurde in den Wissenskanon „100 Meisterwerke“ der Wochenzeitung DIE ZEIT aufgenommen.
Geboren in Essen, lebe und arbeite ich seit langem in Berlin. Mein Studium der Sozialwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum und der Humboldt-Universität zu Berlin sowie der Publizistik an der Freien Universität Berlin bildet den Hintergrund meiner journalistischen Arbeit. Von 1998 bis 2001 war ich als Korrespondent und Redaktionsleiter für APM Media in London tätig. 1999 erhielt ich ein RIAS-Medienstipendium für einen Aufenthalt am DeWitt Wallace Center for Communication and Journalism der Duke University in North Carolina. 2007 nahm ich an der Documentary Campus Masterschool teil.
Neben meiner eigenen Filmarbeit engagiere ich mich für das dokumentarische Fernsehen. Ich war Jurymitglied beim Deutschen Kamerapreis und beim Sehsüchte Filmfestival der Filmuniversität Babelsberg. In der Deutschen Akademie für Fernsehen bin ich Co-Sprecher der Sektion Dokumentarfilm.
Eine Auswahl meiner Filme findest du in der Filmografie.
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